Ya Tosiba – Mollah The Machine

Ya Tosiba ist ein Duo aus Berlin, das bass-triefende Synth-Riddims mit hochenergetischen Frauenvocals verbindet. Am Mikro steht Zuzu, die gefundene historische Texte in ihrer Muttersprache Azeri toasted. An den Synths und Drummachines: Mesak, der Chef des fantastischen Harmönia Labels. Der Finne ist einer der Pioniere der skandinavischen Skweee-Musik.

Wie schon auf der ersten Ya Tosiba Single („Mad Barber“, 2012) singt Zuzu Texte, die sie während ihrer Forschungen über die Kultur des Meykhana gefunden hat. Diese traditionelle, improvisierte, rhythmische Gesangsfolklore aus Aserbaidschan kann als eine historische Form von Rap im Orient charakterisiert werden. Während des Sowjetregimes (1940-1991) musste diese Musik in den Untergrund abtauchen, danach feierte sie eine Wiedergeburt mit elektronischen Instrumenten und einer neuen, populären Partykultur, sowohl in Baku als auch international.

Zuzu hat an der Universität Oslo über die Geschichte des Meykhana gearbeitet. In den Feldforschungen hat sie Textquellen aufgetan, aus denen sie die beiden Tracks auf „Mollah The Machine“ geschrieben hat. „Molla“ basiert auf einem Text von Aliaga Vahid von 1940 und kritisiert die Heuchelei der Religionsführer dieser Zeit. „Maşın“ stammt von Aliaga Vahid aus den 1980ern und beschriebt den Boom von Autos auf den Straßen in Baku, als jeder plötzlich Auto fährt und keiner sich um Führerscheine schert.

Mesaks Trademark sind diese rohen, bleepigen Synthesizer und reduzierten Hiphop Beats, die seit seinen ersten Releases das skandinavische Skweee Genre mitdefinieren. „Molla“ ist ein langsamer Kopfnicker, der sich im Verlauf durch Zuzus laszive Vocals mit immer mehr Energie auflädt. „Maşın“ kommt als betörender Disco-Track daher, perfekt gebaut, um an heißen Sommertagen langsam an den Strand zu fahren und alle Fenster runterzukurbeln.


Die 7inch erscheint in Kooperation mit Hafenschlamm Records aus Hamburg.

"Musik aus der Zukunft" (Peter Gebert, HHV Mag)

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