"Pudel Art Basel" zeigt MASKE

[29.08.2009] Die Boxsack-Klanginstallation MASKE von Andreas Otto (Springintgut) steht am Wochenende im Golden Pudel Club in Hamburg. Anlass ist die "Pudel Art Basel", die sich gegen die Bauinvestitionen in St. Pauli einsetzt.

"Zur vierzigsten Art Basel in Basel und der siebten Miami Art Basel in Miami steigt nun erstmals eine Kunstmesse auf dem kontinentalen Festland aus freien Stücken mit ein und bietet sich als drittes Glied in der Kette an.
Die "Schinkenburg Golden Pudel" präsentiert auf St. Pauli am 30.8. zum ersten Mal eine Werkauswahl zeitgenössischer internationaler Künstler die aus Hamburg kommen.

 Ziel der Pudel Art Basel ist es mit dem Erlös einer Auktion politische, künstlerische und soziale Projekte zu unterstützen - dieses Jahr "Es regnet Kaviar", das Aktionsnetzwerk gegen Gentrification:
 Der Erlös geht zu 70 % an den Künstler / 10%  werden benutzt um die Gerichtskosten für noch anstehende Prozesse zu bezahlen und 10% um neue Aktionen gegen Gentrification zu finanzieren
und mit 10% wird die Organisation der Auktion und des darum stattfindenden Kunstflohmarktes finanziert.
 
Auf dem kompletten Gelände der Schinkenburg Pudel wird ein Kunstflohmarkt stattfinden,
auf dem internationale Künstler die Werke anderer internationaler Künstler begutachten, tauschen und kaufen können.
 
Beginn der Auktion mit ausgewählten Werken und angesagten Auktionatoren ist um 15 Uhr.
  
Kunstmarkt gegen Gentrifizierung - Warum?
 

Kunst war dem Hanseaten noch vor kurzer Zeit "der Große Ungewaschene", jemand der nicht rechnen kann, bestenfalls ein Sträusschen am Hut.
 Das hat sich geändert. Denn Stadtentwicklung ist für die neoliberale Ideologie der "Wachsenden Stadt" gleichbedeutend mit Standortmarketing.

Und Kunst und Kultur spielen darin eine zentrale Rolle als Imageproduzenten. Dementsprechend umgarnt die Regierung neuerdings die Kreativen der ehemals verachteten und bekämpften Subkulturen.
Die werden nun gebraucht: als Raumpioniere der Gentrifizierung, um Wilhelmsburg für die Mittelschichten belatschbar zu machen, um jene Viertel ins Gerede zu bringen, die noch nicht die erwünschte Rendite erwirtschaften,
oder um die öde Hafencity mit milden Unberechenbarkeiten aufzupeppen. Gerade jene Kunstformen, die "sich dem Markt entziehen" und nach Subversion riechen,
werden von IBA und Subvision bevorzugt instrumentalisiert - bis der "Kulturinvestor" die Kündigung ausspricht, die Gentrifizierung in die nächste Phase tritt.
 

Das stinkt vielen "Kreativen", die neuerdings als treibende Kräfte der Anti-Gentrifizierungsbewegung agieren. Manche sprechen bereits davon,
dass es sich um den Beginn einer neuen Bewegung handelt, die soziale Kämpfe (gegen Abrisse, gegen Mieterhöhung usw.) verknüpft mit einer Politik des Begehrens,
mit der Erfindung neuer Räume kollektiver Leidenschaften. Denn in all diesen Fällen geht es um urbane Möglichkeitsräume - um das "Recht auf Stadt".
 
 Der Pudelklub, für immer mehr Menschen die "Elbphilharmonie der Herzen", Gartenlaube der Aneignung im Schatten des Osmani-Barlach-Hauses, 
Dichterklause neben der Systemgastronomie des Kulturinvestors, und, last but not least: architektonisches Furunkel im Antlitz eines geliebten Freundes (Prinz Charles),
hat im Gegensatz dazu entschieden: wir bleiben hier. Wenn Kunst aufwerten kann, dann kann sie auch abwerten. Oder im Preis fallen. Oder getauscht werden. Oder wieder dagegen sein."

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