
Egal ob er eigene Stücke produziert oder mit Choreographen wie Angela Guerreiro und Johnny Lloyd zusammenarbeitet: Sven Kacirek entwickelt seine Musik immer mit den Trommelstöcken in der Hand. Das mag für einen als virtuoser Jazz- und Drum’n’Bass-Drummer groß gewordenen Musiker kein Wunder sein. In Kacireks Stücken hören wir jedoch kaum noch das klassische Drumset, stattdessen trommelt, schlägt und reibt er auf kleinen, leisen Dingen wie Papier, Holz und Glas. Sein Sound besteht dabei aus mehr als nur präsenten Beats: Sämtliche Elemente eines Stücks bis hin zur Melodie sind aus kleinen perkussiven Mustern zusammengesetzt, die lässig geschichtet werden. Obwohl er dabei keinerlei Synthesizer verwendet, klingt das bisweilen so elektronisch, dass man für Sven Kacirek den eigentlich widersinnigen Stilbegriff Akustische Elektronika erfinden könnte. Viele seiner Ideen entstehen aus Live Konzerten, in denen er sich selbst mit Samplern multipliziert und voller Ruhe improvisiert und sehr elaborierte Patterns generiert. Bei solch einer Liebe zur Perkussion ist es nur nachvollziehbar, dass er dieses Jahr mit Unterstützung des Goethe Instituts einige Wochen in Kenia verbracht hat, um mit lokalen Musikern zusammen zu arbeiten.

